Leben

Turning point: Home sweet home Teil 4

Ich bin ein nervliches Wrack

Am Wochenende kriege ich viel Besuch – aber auch Fieber. Damit ist klar, dass es am Montag nicht nach Hause geht. Auch das

Drainageziehen wird auf Montag verschoben. Der Zugang in meinem Arm ist schon wieder rausgeflogen und mein Arm rot und heiß. Das heißt erstens viel kühlen, zweitens neuer Zugang. Yay! Das einzige gute an der Sache ist, dass ich mir eine Nadel spare, denn es muss eh eine Blutkultur abgenommen werden.

Es ist Montag und ich bin nervlich am Ende. Ein Pfleger spritzt mir ein Schmerzmittel in den Bauch, wohlgemerkt etwas zu schnell. Dadurch brennt es sehr und ich fange direkt an zu heulen, beruhige mich auch erst nach zehn Minuten wieder. Großartig. Meine Eltern kommen und somit auch die zweite Runde der Heulerei. Das wird nicht besser, als der Oberarzt reinkommt und mit mir spricht. Er macht sich schon ernsthafte Sorgen wegen meiner Psyche. Ich weiß aber, dass es einfach nur ein schlechter Tag ist. Damit sollte ich zum Glück auch recht behalten.

Nach dem Oberarzt folgt die Stationsärztin, die die Drainage ziehen will. Ich atme schnell und flach und angestrengt und beiße die Zähne zusammen, als die Ärztin an der Drainage zieht. Ich muss erstaunlicherweise nicht heulen, darauf bin ich etwas stolz. War aber auch nicht ganz so schlimm wie Freitag. Als das Ding draußen ist, bin ich beruhigt und entspanne mich allgemein etwas. Meine Eltern fahren nach Hause und ich ruhe mich etwas aus. Gegen Abend dann wieder der altbekannte Schüttelfrost und Fieber. Mist. Mein Arm sieht auch richtig scheiße aus – sehr, sehr dick, rot, heiß und schmerzhaft…

 

Home sweet home

Dienstagmorgen sieht die Welt wieder etwas besser aus. Das Fieber ist weg und der Arm scheint immerhin etwas besser zu sein. Während ich frühstücke kommt die Stationsärztin rein und bringt gute Neuigkeiten: Ich darf trotz Fieber nach Hause. Sie könne mich mit gutem Gefühl entlassen und das Fieber könne ich zu Hause auskurieren. Zehn Minuten später werde ich dann auch schon aus meinem Zimmer geworfen.

Ich sitze mit meinen gepackten Sachen auf dem Stationsgang, eigentlich glücklich, andererseits habe ich aber auch immer noch krasse Schmerzen, die nicht so recht weggehen. Der Professor kommt noch einmal kurz vorbei, sagt, dass ich natürlich auch noch eine Nacht bleiben könne – aber das will ich auch nicht. Ich bekomme Schmerzmittel und Antibiotika für zwei Tage mit, außerdem einen langen Arztbrief, meine AU und noch mehr Laborwerte. Dann sind wir endlich auf der Autobahn. 16 Tage im Krankenhaus reichen. Vollkommen. Die nächste Zeit verbringe ich bei meinen Eltern, denen ich mehr als dankbar für die Unterstützung bin.

 

Nachkontrolle in der Ambulanz

Am Donnerstag muss ich zur Kontrolle in die Ambulanz der Uniklinik. Das Blut wird kontrolliert und ich muss mal wieder zum Röntgen. Außerdem werden die Fäden gezogen. Die frischere Wunde klafft sofort wieder auf und wird mit diesen Klammer-Pflastern zusammengeklebt. Und auch das Röntgenbild sieht nicht gut aus. Es ist immer noch viel Wasser da. Der Arzt rät mir dringlich dazu, mindestens 300 mal am Tag mit meinen Pustebällen zu üben. Das mache ich jetzt auch. Am kommenden Mittwoch muss ich wieder zur Kontrolle. Ich hoffe sehr, dass sich bis dahin alles etwas verbessert hat und ich vor allem weniger Schmerzmittel nehmen kann.

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